
Krimi auf der Bogenwiese:
SC UG Germering erkämpft sich Platz 5 beim Bazi Bullseye
Hohenbrunn - Ob der nahegelegene IKEA-Markt den Schützen des SC UG Germering im Vorfeld als mentale Stütze dient, bleibt ein sportliches Geheimnis. Angesichts der extremen Materialschlacht beim diesjährigen „Bazi Bullseye“-Turnier scherzen die mitgereisten Schützen zumindest darüber, ob man vor der Heimfahrt nicht noch schnell im schwedischen Möbelhaus vorbeischauen sollte – und sei es nur, um einen Großpack Servietten zum Abwischen des Turnierschweißes zu besorgen. Zu holen gibt es für das Germeringer Quintett heute auf der Sportanlage jedenfalls einiges, auch wenn man sich gegen eine regelrechte Übermacht des Gastgebers behaupten muss.
Veranstalter Bayernwerk drückt dem Event nämlich nicht nur als Organisator seinen Stempel auf, sondern schickt gleich eine dreifache Streitmacht ins Rennen. Drei der insgesamt acht teilnehmenden Mannschaften tragen die Farben des Gastgebers. Gegen dieses hochkarätige Feld müssen sich die Germeringer Schützen Rafal, Juliane, Jirka und Bernd sowie ihr erfahrener Coach Hans im Modus von satten 14 Liga-Matches behaupten.

Bei strömendem Regen geht´s los
Dabei macht das Wetter den Schützen das Leben zunächst schwer: Das Turnier startet bei strömendem Regen, was Material und Nerven direkt fordert. Erst im Laufe des Tages verziehen sich die Wolken und machen strahlendem Sonnenschein Platz.
Der Spielplan erweist sich als echte mentale und physische Berg- und Talfahrt. Das Turnier beginnt
klassisch für die Germeringer mit den ersten zwei Matches auf die weite 50-Meter-Distanz. Danach wirft das Kampfgericht die Entfernungen komplett durcheinander. Im ständigen Wechsel müssen sich die Visiere der Germeringer Bögen auf 50 Meter und 30 Meter einstellen. Coach Hans stellt sein Team taktisch klug ein und hält die Konzentration hoch. Das absolute Highlight wartet bereits im regulären Endspurt: In den Matches 13 und 14 wird bereits auf die speziellen Dartauflagen geschossen – einmal auf 30 und einmal auf 50 Meter. Taktisches Auschecken gibt es hier allerdings nicht, stattdessen wird gnadenlos hochgezählt. Wer die höchsten Dartzahlen trifft, sackt die Punkte ein. Dass Freud und Leid dabei ganz nah beieinanderliegen, zeigt Rafal: Er glänzt mit zwei sensationellen Treffern mitten in die 50, verbucht im selben Durchgang unfreiwillig aber auch einmal die Triple-1 auf dem Konto.
14 Matches mit 8 Siegen
Nach dem letzten Pfeil der Vorrunde folgt der Blick auf die Rechentafel. Die Bilanz des SC UG Germering kann sich absolut sehen lassen: 8 von 14 Matches entscheiden die Germeringer für sich. Bei einer Wertung von drei Zählern pro Erfolg verbucht das Team stolze 24 Ligapunkte auf dem Konto. In der Endabrechnung bedeutet dies einen starken 5. Platz von 8 Teams im hart umkämpften Mittelfeld, womit sie den Einzug in die Finalrunde nur haarscharf verpassen.
Das dramatische Finish des Turniers machen die Top-Teams unter sich aus. Nur die besten vier Mannschaften der Tabelle ziehen in die Endrunde ein. Im Halbfinale und den anschließenden Duellen um das große und kleine Finale wird es noch einmal richtig spektakulär: Auf eine feste Distanz von 30 Metern wird erneut auf den Dartauflagen um die höchsten Summen und die Medaillen gekämpft – ein Nervenkrimi, den das Germeringer Team nach dem eigenen Ausscheiden als Zuschauer verfolgt. – Zwei der drei Bayernwerk-Teams sichern sich am Ende sogar die Plätze 2 und 3 auf dem Podium. Ganz an die Spitze schafft es die Corporate-Power allerdings nicht: Der verdiente Turniersieg geht an die Sauerlacher Bogenschützen, die sich auf Platz 1 lautstark feiern lassen und stolz den Wanderpokal sowie die Goldmedaillen entgegennehmen.
Grillen und Fachsimpeln beschließen den tollen Turniertag
Nach den Strapazen des langen Turniertages ist der sportliche Ehrgeiz beim anschließenden, gemütlichen Grillabend des Gastgebers aber schnell vergessen. Bei Steaks, Kaltgetränken und Fachsimpeleien lassen die Germeringer den Tag entspannt ausklingen. Und wer weiß – vielleicht reichen die Servietten beim Grillen ja doch aus, und der Abstecher zu IKEA kann auf das nächste Turnier verschoben werden.






